Der neue Harry Potter Roman findet sich schon einige Tage vor der offiziellen Ver?ffentlichung als “Raub”kopie im Internet. Die Rechteinhaber beschweren sich zwar nicht ?ber die kostenlose Werbung durch den Medienhype, wohl aber wollen sie dem “Dieb” ans Leder. Dabei will ihnen jetzt Canon beispringen: ?ber die in den Exif-Daten gespeicherte Seriennummer soll der Eigent?mer identifiziert werden.
Interessanter als die Hype und die “Raub”kopie ist, dass Canon zumindest bei den D-SLR Modelllen die Seriennummer der Kamera in jeder Bilddatei speichert. Mit den entsprechenden Programmen k?nnen diese Daten zwar gelesen werden, dass weit verbreitete Windows XP verschweigt Daten wie die Seriennummer allerdings. Ich wage auch zu bezweifeln, dass Canon auf diese Datenspeicherpraxis hinweist.
Diese Meldung wirft zwei Fragen auf: Was bringt eine Seriennummer und welche Bedeutung hat Datensparsamkeit / Kontrolle ?ber eigene Daten in der Bev?lkerung.
Was bringt die Seriennummer? Wenn die Kamera nach dem Kauf oder durch eine Reparatur registriert wurde, geschah dies willentlich durch den K?ufer und Besitzer / Eigent?mer zu dem damaligen Zeitpunkt. Daraus l?sst sich allerdings nicht ableiten, dass die Photos von dieser Person geschossen wurden. Wer der heutige Besitzer und/oder Eigent?mer ist, wei? auch Canon nicht. Im, f?r seine unaufgeregten Diskussionen ber?hmten Heise Forum wurde die Frage gestellt, ob Canon schon bei Bezahlung der Kamera durch Kredit-/EC Karte in der Lage ist, den Namen des K?ufers mit der Seriennummer der Kamera zu verkn?pfen. Technisch kann so etwas realisiert werden, ich halte es aber f?r sehr unwahrscheinlich, dass Einzelh?ndler diese Daten an einen Kamerahersteller weitergeben. Zumindest in Deutschland d?rfte dies rechtlich einige Probleme aufwerfen. Nat?rlich kann die Seriennummer als Indiz herhalten und f?r Ermittlungen gegen die mit der Nummer verkn?pfte Person genutzt werden. Dazu keinen anderen Kommentar als “armselig” nach all der Hype und den etwaigen Umsatz- und Gewinnminderungen im nicht-messbaren Bereich.
Die andere Frage ist, warum sind Warnhinweise bei Produkten gerade in den USA gang und gebe. Keine Warnung kann zu deutlich sein oder zu wenig “gesunden Menschenverstand” voraussetzen (“Cruise Control” ist kein Autopilot, Katzen m?gen keine Mikrowellen etc.). Hinweise auf die Speicherung und Verkn?pfung von Daten, auf das unbewusste Hinterlassen von Datenspuren finden sich fast nicht und wenn, dann gut versteckt in einer Mischung aus Marketinggeschw?tz und jurististischer Feinstarbeit (Spam mutiert zu Kundenangeboten und aus einem Hersteller werden rasch dutzende Kooperationspartner).
Es ist dabei unerheblich ob die o.g. Seriennummer durch die Verkn?pfung mit der Registrierung zu “personenbezogenen” Daten werden. Seriennummer der Kamera in Photos sind nur eines: Nutzlos. Sie helfen nicht bei der Bearbeitung der Photos. Sie bieten keinen Mehrwert au?er dem, potentiell ein Identifizierungsmerkmal zu sein. Und auf diesen Mehrwert verzichten vermutlich alle Photographen.
Warum also werden die Daten gespeichert? Oder wenn sie gespeichert werden, warum wird nicht darauf hingewiesen? Weil es niemanden (au?er ein paar Computer- und B?rgerrechts”freaks”) interessiert? Weil Datenschutz und Datensparsamkeit im Bewusstsein der Hersteller, des Handels und der Kunden keinen hohen Stellenwert genie?t?
Canon mag nur die Harry Potter Hype genutzt haben um selber kostenlose Publicity zu bekommen – f?r mich haben sie die Frage, ob uns bewusst ist, welche Datenspuren wir t?glich hinterlassen, ins Bewusstsein ger?ckt. Wenn Sie dabei nichts finden, ?berlegen Sie, ob nicht auch ihr Mobiltelefon, Kreditkarte, elektronisches Bus- und Bahnticket, ihre Supermarktkundenkarte, die Kombi Bibliotheks-Mensa-Uni-Kopierkarte usw. ihre Spuren hinterlassen. Wer diesen Spuren wohl folgt?










































